Das Jahr 2006

Anfang des Jahres 2006 bat der Journalist Jürgen Richter uns um Fotos von Gebäuden, welche in Meiningen noch leer stehen. Fotos aus der Bernhardstraße  waren der Anfang für eine weitere Fotoreise durch Meiningen,  das waren 61 Gebäude nach Entwürfen des Meininger Hofbaumeisters Karl Behlert .

FAZ2006
FAZ 2006-1

Die Ausstellung anlässlich des 60. Todestages des Hofbaumeisters Karl Behlert

Das Ergebnis waren Fotos für eine Ausstellung anlässlich des 60. Todestages des Meininger Architekten. Klaus Behlert, Enkel des Hofbaumeisters, steuerte ein Skizzenheft aus der Jugend des Baumeisters dazu. 

Aus der Karl-Behlert-Ausstellung 2006
Die neuen Kammerspiele des Meininger Theaters

Die Bauarbeiten  an der ehemaligen Lutherschule in der Bernhardstraße sind seid  Anfang Mai 2006 in vollem Gange. Bereits am 1.Oktober 2006, nach einer Bauzeit von nur 6 Monaten, nahm hier bereits die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales Meiningen den Lehrbetrieb auf. 

Kammerspiele, Umbauarbeiten 2006
Die Martin Luther- Schule vor dem Umbau

Das Jahr 2007

Schützenhaus am 05.Oktober 2007
Oktober 2007

21. Februar 2007

Der Bürgermeister der Stadt Meiningen Reinhard Kupietz, sowie der Vorstand des Fördervereins zur Erhaltung des Volkshauses Meiningen als Kulturdenkmal (e.V.) hatten  Vertreter von Firmen, Vereinen, Verwaltung und  Fraktionen des Stadtrates zu einem Gespräch über die Zukunft und Wiederbelebung des Volkshausensembles eingeladen.

Der Bürgermeister Reinhard Kupietz wies darauf  hin ,dass in der Vergangenheit Erweiterungen des Gebäudekomplexes  immer  auf Initiative von Bürgern der Stadt erfolgten, jedoch auch auf Grundlage  eines großen Anteiles privater Finanzmittel. Dazu sind jedoch heute  kaum noch die finanziellen Voraussetzungen der Bürger vorhanden. Seine Emotionen und Erinnerungen sagen: Das Volkshaus muss bald saniert und wiederbelebt werden! Rationalität und Finanzlage gebieten: Wir können noch nicht mit der Sanierung beginnen!  Die Mittel sind für 2007 und 2008 schon verplant.Die Stadt wäre in der Lage, über mehrere Jahre gestreckt und mit Hilfe von Städtebaufördermitteln die Sanierung durchzuführen. Es ist ein jährliches Defizit aus Betriebs- und Unterhaltungskosten zu erwarten. Doch muss das Defizit so hoch sein? Welchen Anteil kann die Stadt tragen? Das Volkshaus ist einmalig. Die Multihalle kann keinen Ersatz dafür bieten.

Die  Präsentation durch den Vorsitzenden des Fördervereins Hilmar Schellin unter der Überschrift „Schützenhaus und Volkshaussaal, Legende ?? Bürde ?? Zukunft!“ gab anhand von Fotos einen kurzen Überblick über Geschichte und Zustand des Gebäudeensembles, mögliche Nutzungen und daraus ergebende Aufgaben.
Vereine, besonders die Meininger Karnevalsgesellschaft, würden die Gebäude gerne nutzen. Doch sie sind finanziell nicht in der Lage, einen größeren Anteil der Betriebskosten zu tragen.Die Aufwendungen für Veranstaltungen in der Multihalle sind jedoch auch sehr hoch.
Eine gastronomische Versorgung  im Volkshaus wird unbedingt für notwendig gehalten.
Egon Hartung, Mitglied des Stadtrates, Fraktion der CDU ist der Auffassung, dass das wertvolle Ensemble Volkshaussaal + Schützenhaus in seiner Gesamtheit erhalten werden muss. Der Bebauungsplan mit  der Umverlegung der Landsberger Straße schränkt die Erweiterungsfähigkeit ein. Die  Gebäude  sollten städtisches Eigentum bleiben, die Sanierung   in  die Kette wichtiger Maßnahmen eingeordnet werden. Jede Verzögerung verteuert die Instandsetzung.
Verena Albrecht (Abiturklasse, Gymnasium) kann sich ein Klubkino vorstellen, in welchem  Filme  gespielt werden ,die man sonst nicht im Kino sehen kann. Die Seminararbeit des Teams, zu dem Friederike Wollny, Verena Albrecht und  Ricardo Schwarzkopf gehören, beinhaltet auch eine Umfrage.
Das Ergebnis : die Mehrzahl der Bevölkerung wünscht eine Revitalisierung des Gebäudeensembles.
Rolf Kölsche, Hoch - u. Tiefbauamt der Stadt Meiningen: Im Mai u. Juni 2006 sprachen  2 Interessenten vor, unter anderem die Firma  ARTES Betriebsführung Kultur- und Kongresshallen Stuttgart, die bereits zum Workshop im Nov. 2005 vertreten war.
Wenn man die Gebäude erhalten will, muss man das Geld für die Sanierung aufbringen. Die Dacheindeckung allein ist nicht förderfähig.Die Verwaltung kontrolliert 1 x wöchentlich das Volkshaus!!!
Hilmar Schellin, Vorsitzender des Fördervereins war enttäuscht über das Ergebnis, er erwartete ein Bekenntnis der Stadt zur Sanierung.
Ulrich Meinunger, Vorstandsmitglied des Fördervereins versicherte:
Der Verein hat sich immer für die Erhaltung und Revitalisierung der Gebäude eingesetzt und wird dies auch weiter tun.
In der Zusammenfassung erklärte Bürgermeister Reinhard Kupietz:
Die Lösung der Probleme für den heutigen Abend haben wir nicht erwartet, doch zusammen mit dem Förderverein haben wir die optimistische Variante gewählt und die Veranstaltung durchgeführt. In den nächsten Jahren bekommen wir es hin.
Der Verein muss weiter dranbleiben, denn wer sollte  sich sonst darum kümmern. Mit einem der Gebäude  sollte man bald anfangen.
26.Mai 2007
Mitgliederversammlung, Ana vom Felde  wird  aus dem Vorstand verabschiedet. Sie will lieber mit praktischer Tätigkeit helfen. Hilmar Schellin will ebenfalls wegen beruflicher Tätigkeit und Tätigkeit im Musikverein  den Vorstand verlassen.
Die Wahlen werden jedoch verschoben, da kurzfristig die Informationsrunde  zum Zusammengehen des Meininger Theaters mit dem Theater Eisenach angesetzt wurde und eine Demonstration gegen den Theaterzusammenschluss stattfand.
15. August 2007
Ein Interessent aus Erfurt will mit seinem Architekten das Volkshaus besichtigen. Mitglieder des Vereins sorgen mit Hilfe von Scheinwerfern und einem Notstromaggregat (von der Firma Wolf zur Verfügung gestellt) für Beleuchtung. Bei der kurzen Begehung wird in einem Raum eine größere Pfütze festgestellt. Der Umfang des Schadens läßt darauf schließen, daß hier schon längere Zeit Wasser eindringt.Wöchentliche Kontrollen scheinen entweder im Dunkeln stattzufinden oder es werden nicht alle Räume kontrolliert.
30.August 2007
Gespräch des Vorstandes mit Bürgermeister Kupietz, Bericht über die entdeckten Schäden im Schützenhaus. Der Vorstand bittet nochmals um Teilnahme an Begehungen in jedem Quartal. Wir werden gebeten, das mit dem Hoch- und Tiefbauamt abzustimmen.
8.September 2007
Freunde und Mitglieder des Fördervereins sammeln wieder  Tulpen-und Narzissenzwiebeln.Vielen Dank den Meiningern für die ca 600 Zwiebeln.
10.September 2007
Gespräch im Hoch-und Tiefbauamt, nach Brief v.4.09. mit Bericht über die Schäden sowie  Kostenschätzungen  zur Dacheindeckung. Teilnahme an Begehungen wird kategorisch abgelehnt.
26.September 2007
Mitgliederversammlung und Neuwahlen
Der neue Vorstand
Hilmar Schellin         Vorsitzender
Siegfried Müller        Stellvertreter
Renate Grimm          Kassenwart
Fabian Giesder         Beisitzer
Ulrich Meinunger      Beisitzer
Carmen Sowa          Revision
Frank Wöhner          Revision
Infolge der am 26.05.2007 kurzfristig angesetzten Informationsrunde der Kommunalpolitiker zum Zusammengehen des Meininger Theaters mit dem Landestheater Eisenach wurde die Mitgliederversammlung für die Neuwahl wiederholt.Hilmar Schellin kandidierte wieder. "Es ist unter-dessen soviel passiert!" war seine Begründung.Er habe wieder mehr Zeit zur Verfügung.

4.Oktober 2007
Die bei der Besichtigung  am 15.August entdeckte geschädigte Dachfläche  wird durch eine Dachdeckerfirma auf Anweisung der Stadtverwaltung nur notdürftig ausgebessert.

Bei einer Besichtigung im November 2007 regnete es an der gleichen Stelle wieder durch!

Dachschaden

Das Jahr 2008

Januar 2008
Vorstellung eines im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeiteten Konzepts zur Notsicherung des Volkshauses vor dem Bau-und Liegenschaftausschuss durch den Architekten Karsten Merkel,
Kosten 170.000,- €
Fraktionschef Strohbusch bringt in einem Pressebeitrag über den Gedanken "Kalthalle" für den Volkshaussaal ins Gespräch.
01.04.2008 Haushaltsdebatte, 2. Anlauf: 170.000 € für Notsicherung Volkshaus wurden eingestellt. Ein Antrag der CDU, noch 110.000 € für die Entwurfs-und Genehmigungsplanung des Saales einzustellen, fand keine Mehrheit und wurde mit 5 Ja-, 13 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag der SPD abgelehnt, im Haushalt 2008 2 Millionen € für das Volkshaus einzustellen,um sofort mit Planung und Bau zu beginnen. Es sei wichtig, Planung und
Bauvorbereitung voranzutreiben sowie einen ersten Bauabschnitt der Sanierung, nicht nur die Notsicherung, zu realisieren.
Vom Amtsleiter Hoch-und Tiefbau wurde behauptet, 1,5 Millionen € (15% von 10 Millionen €) für die Planung des Volkshauses müssten für 2008 eingestellt werden, um Fördermittel beantragen zu können.
06.05.2008 Vor der Stadtratsitzung: Der Förderverein verteilt alle Stadträte Unterlagen, die Vorschläge und Zahlenmaterial enthalten, wie in mehreren Schritten mit Hilfe von Fördermitteln der Volkshaussaal und das Schützenhaus bis zum Jahre 2013 saniert werden können. Der erste Schritt sollte die komplette Dachsanierung noch im Jahre 2008 sein. Mit ca 66% Fördermitteln könnte in
diesem Jahr die Instandsetzung der Dächer komplett erfolgen. Doch Fördermittel wurden nicht beantragt. Auf Grundlage der "Thüringer Initiative Gebäudesicherung" ist der Einsatz von Fördermitteln möglich.
14.05.2008 Es fand auf Einladung der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises Schmalkalden- Meiningen eine Begehung des Gebäudeensembles mit der Fachbehörde des Landesamtes für Archäologie, Mitarbeiterinnen der Unteren Denkmalbehörde, dem Architekten Karsten Merkel sowie Vertretern der Stadt Meiningen statt. Vorstandsmitgliedern des Fördervereins wurde dabei der Zutritt zu den Gebäuden durch die Vertreter der Stadtverwaltung verwehrt.

20. und 21.Juni 2008:  Eröffnung der neuen Kammerspiele des Meininger Theaters

Nach Fertigstellung des 2. Bauabschnittes erfolgte die Eröffnung der neuen Kammerspiele am 20. und 21. Juni 2008. Ein Raum mit allen Facetten und technischen Möglichkeiten der Theatertechnik und anderer Kulturbereiche wurde durch den technischen Direktor Detlev Nicolmann, bei der Technikvorführung zum Tag der offen Tür vorgestellt. Zur feierlichen Eröffnung am 20. Juni 2008 nannte der Architekt Bernd Palme den dunklen, schwarzen Raum ein "Nichts", das durch die Theaterleute  und Zuschauer mit Leben erfüllt werden muss:
"Nun müssen wir diesen formlosen Raum mit Inhalt füllen, darin die Zukunft vorausspielen. Das brauchen wir in dieser Region!" Neben den Kammerspielen hat die Städtische Galerie ADA hier Einzug gehalten. Für das Theater ist  der Bau in der Bernhardstraße sicher die bessere Lösung.
Die Sanierung der Lutherschule könnte jedoch als Beispiel für die baldige Sanierung des Gebäudekomplexes Volkshaus und Schützenhaus dienen.

28.-31.08.2008 Der Förderverein ist mit einem Stand auf der MEGA vertreten. Es wurde mit Fotos und Dokumenten über Geschichte und Initiativen informiert. Es wurden viele Gespräche mit Besuchern geführt.

31.08.2008 Im großen Festzelt der MEGA fand auf Initiative des Fördervereins eine Veranstaltung unter dem Titel "Meininger Vereine laden ein, ein Programm für die ganze Familie" statt. Auf der Veranstaltung demonstrierten das Kampfsportzentrum "Universum"(KSZU), das Ballettzentrum "Balance", die Break- Tänzer "Sonic da rock" und der Musikverein "Last time" ihr Können und luden die Kinder zum Mitmachen ein. Das Meininger Puppentheater führte mit Falk Peter Ulk das Märchen "Hans im Glück" auf. Ein solches Programm könnte in Zukunft auch im großen Volkshaussaal stattfinden.

14.09.2008
Tag des offenen Denkmals: Der Förderverein war präsent mit Informationstafeln und einer Powerpoint-Präsentation im ehemaligen Meininger Volksbad, das zur Turnhalle der Schule "Am Pulverrasen " umgebaut wurde. Die Informationen fanden großes Interesse.
01.10.2008 Nach langem Hin und Her will die Stadtverwaltung nun endlich die weitere Notsicherung der Dächer in Auftrag geben, ohne diese Leistung vom Abriss des 1865 errichteten Treppenhauses abhängig zu machen.

06.10.2008 Jahresversammlung des Fördervereins  in der Volkshochschule Meiningen
Versammlungsleiter : Hilmar Schellin
- Ulrich Meinunger: Eine Entscheidung des Stadtrates für den Volkshaussaal ist erforderlich.
Der notwendige finanzielle Zuschuss für die Betreibung fällt dann geringer aus und es ist leichter, einen Betreiber zu finden.
- Hilmar Schellin: Man sollte sich auf den Saal konzentrieren. Wir müssen ein Konzept erstellen, um Fördermittel zu bekommen.
- Frau Ursula Thomas: Die Multihalle bietet kein gutes Ambiente. Der Volkshaussaal kann durch seine Lage, seine Geschichte und sein Flair ein gesellschaftlicher Anziehungspunkt für die Theaterstadt werden.
- Bürgermeister Kupietz: Für Kammerspiele und große Palais seien schlüssige Konzepte vorhanden, deshalb wurde hier relativ zügig begonnen. Ein Konzept für das Volkshaus sei das A und O. Alle Unterlagen wurden offengelegt. Pro Jahr gibt es 15 bis 20 Kontakte mit Interessenten.
Das Volkshaus wird auf der Internetseite der Stadt sowie in der Denkmalbörse angeboten. Es wurden 2 Annoncen in der Deutschen Immobilienzeitung geschaltet - alles ohne Erfolg.
- Rolf Kölsche: Vereine wollen städtische Gebäude kostenlos nutzen. Das Treppenhaus wird für die zukünftige Nutzung nicht mehr benötigt. Es ist desolat und schwammbefallen.
Jährlich fielen Kosten von 5000 bis 7000 € für die Objektsicherung an. Alle 5 bis 7 Jahre müsse etwas "Größeres" gemacht werden. Die Städtebauförderung würde eine Gesamtsanierung mit einem guten Konzept fördern, doch nicht weiter dieses "Klein - Klein"-Arbeiten.
- Fabian Giesder: Die bevorstehende Theatersanierung ist die Chance, das Haus wieder mit Leben zu erfüllen.
- Rolf Baumann: Das Volkshaus ist die einzige Alternative für das Theater, um während der Sanierung wöchentlich 3 bis 5 Veranstaltungen zu bieten. Andernfalls verlieren wir die Theatergänger.
- Kassenbericht: Renate Grimm stellte den Stand bis Ende 2007 vor. Der Bericht liegt schriftlich vor.
- Kassenprüfung: Frank Wöhner, Revisor des Vereins, hat den Bericht geprüft und bestätigt.
- Einwände zum Kassenbericht: Es gab keine Einwände zum Kassenbericht. Alle 19 anwesenden Mitglieder des Fördervereins stimmten für die Entlastung des Vorstandes.

November 2008: Gespräche mit Stadträten aller Fraktionen über die Möglichkeiten einer "Kalthalle" für den Volkshaussaal, die alle Möglichkeiten eines späteren weiteren Ausbaus vorsieht und als Ersatzspielstätte während der Sanierung des Theaters eingesetzt werden kann.

Dezember 2008:
Stadträte aller Fraktionen erarbeiten einen Beschlussvorlage, anstelle der weiteren Notsicherung in einem ersten Bauabschnitt die bauliche Hülle des Saales soweit instand zu setzen, dass die Nutzung als  Ersatzspielstätte möglich ist.